Von Heilung im eigentlichen Sinn kann bei Epilepsie nicht gesprochen werden.
Das Gehirn kann jederzeit Anfälle produzieren, sodass das Erkrankungsrisiko stets vorhanden ist.
Auch Wiedererkrankungen sind nicht auszuschließen. Generell könnte man aber sagen, dass ein Patient als geheilt gilt, wenn er mindestens fünf Jahre keine Anfälle mehr erlitten hat und im letzten Jahr auch keine Medikamente zu sich nahm.
Die Behandlungen erfolgen entweder in einer akuten oder in einer dauerhaften Therapie.

Akutbehandlung
Die Akutbehandlung bezieht sich in aller Regel auf die Maßnahmen während eines einzelnen Anfalles (nachzulesen unter "Anfall - Was ist zu tun?"). Eine notärztliche Behandlung ist dann zwingend notwendig, wenn ein Status epilepticus vorliegt, d.h. …
… der Anfall dauert länger als fünf Minuten und Bewusstlosigkeit liegt vor,
… mehrere Anfälle erfolgen kurz hintereinander als Serie oder
… der Anfall dauert länger als 20 Minuten (auch ohne Bewusstlosigkeit).
Ohne sofortige medizinische Versorgung können irreversible Schäden am Gehirn auftreten oder der Anfall im schlimmsten Fall auch zum Tod führen.
Betroffene mit schweren Epilepsien führen üblicherweise ein ärztlich verordnetes Notfallmedikament in Form von Tropfen mit sich, durch welches die Anfälle teilweise unterbrochen werden können.
Es kann bei Bedarf von jeder (aber geübten) Person verabreicht werden, indem es entweder in die Wangentasche gegeben oder in den Enddarm eingeführt wird.
Tropfen, die sich im Rahmen der Akuttherapie besonders bewährt haben, sind unter Anderem:
• Lorazepam
• Diazepam
• Clonazepam
• Midazolam
• Nitrazepam
Dauerbehandlung
Im Bereich der Dauertherapie haben sich vor allem die folgenden Medikamente bewährt:
• Valproinsäure (besonders bei generalisierten Anfällen)
• Carbamazepin (speziell bei fokalen Anfällen)
• Ketoanalog Oxcarbazepin
Mit Hilfe solcher Medikamente werden folgende Wirkungen im Nervensystem erreicht:
1. Erhöhung Reizschwelle durch Hemmung Natrium-Ionenkanäle
2. Aktivierung GABA-Rezeptoren
Eine Beendigung der medikamentösen Behandlung ist aber erst dann in Erwägung zu ziehen, wenn mindestens zwei Jahre keine Anfälle mehr vorkamen.
Dabei sind besonders die folgenden Kriterien abzuwägen:
• Risiko des Wiederauftretens von Krampfanfällen
• Mögliche psychosoziale Auswirkungen bei erneuten Anfällen
Studien zufolge besteht aber eine etwa 70-rpozentige Wahrscheinlichkeit, anfallsfrei und ohne Medikamente leben zu können, wenn …
… keine Anfälle innerhalb von zwei bis fünf Jahren auftraten,
… lediglich ein Anfalltyp bestand,
… eine normale Intelligenz sowie ein normaler neurologischer Befund vorliegt und
… sich das EEG normalisiert hat.